Rentenlücke verstehen: So finden Sie heraus, wie groß Ihre ist

Ratgeber · Altersvorsorge · Lesezeit ca. 4 Minuten

„Die Rente wird knapp“ – das hat jeder schon gehört. Aber wie knapp sie für Sie persönlich wird, wissen die wenigsten. Dabei lässt sich die eigene Rentenlücke mit drei Zahlen erstaunlich gut überschlagen.

Schritt 1: Was kommt voraussichtlich rein?

Die Basis liefert Ihre Renteninformation – das Schreiben, das die Deutsche Rentenversicherung jährlich verschickt. Relevant ist die Zeile mit der Hochrechnung Ihrer künftigen Regelaltersrente. Wichtig dabei:

  • Von der Bruttorente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern ab.
  • Die Hochrechnung unterstellt, dass Sie bis zur Regelaltersgrenze so weiterverdienen wie bisher.
  • Kaufkraft: Was in 20 oder 30 Jahren auf dem Papier steht, ist real deutlich weniger wert. Als grobe Faustregel halbiert sich die Kaufkraft bei 2 % Inflation etwa alle 35 Jahre.

Beamte schauen stattdessen auf ihre Versorgungsauskunft – gerade bei später Verbeamtung oder Teilzeit fällt das Ruhegehalt oft niedriger aus als gedacht.

Schritt 2: Was brauchen Sie im Ruhestand?

Verbreitete Faustregel: rund 80 % des letzten Nettoeinkommens, um den Lebensstandard zu halten. Genauer wird es, wenn Sie Ihre heutigen Fixkosten durchgehen: Was fällt weg (Pendeln, Kredit läuft aus), was kommt dazu (Gesundheit, mehr freie Zeit)?

Schritt 3: Die Lücke

Bedarf minus erwartete Nettorente = monatliche Lücke. Bei vielen liegt sie im mittleren dreistelligen Bereich – pro Monat, über 20 und mehr Ruhestandsjahre. Genau diese Zahl ist der Startpunkt jeder seriösen Vorsorgeplanung: Erst wenn die Lücke beziffert ist, lässt sich sinnvoll über Lösungen sprechen.

Welche Wege gibt es, die Lücke zu schließen?

Die Vorsorgelandschaft sortiert sich in drei Schichten – jede mit eigenen Steuer- und Flexibilitätsregeln:

SchichtBeispieleTypisch für
1 – BasisversorgungGesetzliche Rente, Rürup-RenteSelbstständige, hohe Steuerlast
2 – Geförderte VorsorgeBetriebliche Altersvorsorge, RiesterAngestellte (Arbeitgeberzuschuss!), Familien
3 – Private VorsorgePrivate Rentenversicherung, auch ETF-basiertFlexibilität, freie Vererbbarkeit

Welche Mischung passt, hängt von Alter, Steuersituation, Arbeitsverhältnis und Risikobereitschaft ab. Chancenorientierte Lösungen (z. B. ETF-basierte Policen) bieten langfristig Renditechancen, unterliegen aber Marktschwankungen – beides gehört ehrlich auf den Tisch.

Tipp: Bringen Sie zum Gespräch einfach Ihre letzte Renteninformation mit. Damit lässt sich Ihre Lücke in wenigen Minuten konkret beziffern – und Sie sehen schwarz auf weiß, worüber wir reden.

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Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung; künftige Wertentwicklungen sind nicht garantiert. Stand: Juli 2026.

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